Vixen R200SS

Erfahrungsbericht zum R200SS von Vixen.

Nach Geräten wie z.B. 60/700 Bresser Refraktor, 114/900 Newton von Tasco und dem 100/600 Orionrefraktor der gute Erstbilder lieferte, musste eine neue Aufnahmeoptik her, da auch mir der Farbfehler des Orion besonders bei Fotos irgendwann ziemlich auf den Senkel ging. Nach einem halben Jahr überlegen welches Gerät es denn nun sein sollte musste ich mich entscheiden zwischen den Maksutov-Newton von Intes Micro MN 65, einem ED 100/900 Refraktor und dem Vixen R200SS Newton. Letztendlich habe ich mich für den Vixen Newton entschieden. Nicht zuletzt wegen der hohen Lichtstärke die dieses Gerät bietet. Am 01.09.2008 fragte ich dann bei Teleskop Service Ransburg nach dem R200SS von Vixen an. Noch während dieser Anfrage war ich mir wieder ziemlich unsicher ob es dieses Gerät auch wirklich sein sollte. Das es ein f4 Newton sein sollte wusste ich, nur dann stand der GSO 200/800 der ja fast die hälfte günstiger gewesen wäre zur Debatte. Letztendlich entschied ich mich doch für den R200SS, entgegen vieler guter Infos und Berichte zum GSO. Nun, nach vielen E-Mails mit TS bestellte ich das Gerät mit dem im Preis enthaltenen Zubehör. Darunter war der Tubus mit Optik, Rohrschellen, Schiene, Vixen LV 20mm, Adapter von 2 auf 1,25 zoll, 10×50 Sucher und als TS Sonderleistung gab es einen 1,25er UHC Filter. Zusätzlich kam noch der Vixen Komakorrektor für 89€ hinzu.

Das Gerät war dann drei Tage nach meiner Bestellung, am 12.09.2008 bei mir zu Haus. Ich packte den Vixen Newton, nachdem ich von der Arbeit kam, ungeduldig aus und mein erster Eindruck war voll und ganz zufriedenstellend, der doppelte Preis gegenüber dem GSO war erstmal kein Thema mehr.

Die Verarbeitung ist für mich sehr gut. Die Mattschwarze Lackierung im inneren, des Tubus, kann man wirklich als Mattschwarz bezeichnen, alles ist sauber verarbeitet. Der Spiegel hat einen Ring, dieser versteckt so die Halteklammern und blendet den Spiegel etwas ab. Der Okularauszug ist ein Zahntrieb und kein Crayford aber das stört mich nicht, ich bin auch bisher nichts anderes gewohnt. Der Sucher ist fantastisch, 10x Vergrößerung, 50mm Öffnung, an der Seite ist ein Drehregler womit man im Blickfeld des Suchers, ein Fadenkreuz stufenlos von der Helligkeit einblenden kann. Dieser Sucher darf sich von mir aus gerne Finder nennen! Die Fangspiegelspinne ist für heutige Verhältnisse sehr Massiv was aber für mich ein Kaufkriterium war, da mein Newton aufs Feld mitkommt und ich ihn hoch und runter in den 4 Stock schleppen muss. Das der Tubus geschweißt statt gefalzt ist, kam mir da nur recht. Und überhaupt ist jedes Teil aus Metall, selbst die schwarze Klemmschraube für den Okularauszug. Auch die Fanspiegelspinne ist aus Alu Druckguss. Der Okularauszug ist auch mit Kamera, Butterweich und absolut wackelfrei. Was mir aber bei meinem Gerät aufgefallen ist, dass das OAZ Rohr beim fokussieren ein Axialspiel hat, es ist sehr gering man sieht es nur daran das die Zahnstange einmal rechts und einmal links gegen die Wände der Aussparung kommt. Hier kann es bei einer Aufnahmeserie, wenn man zwischendurch nochmal den Fokus korrigiert, zu minimaler Bildfelddrehung kommen kann. Eigentlich schade bei einem etwas teureren Newton sowas zu finden. Die Zahnstange hätte nur 1/4 mm breiter sein müssen dann würde es kein Spiel geben. Zusätzlich zieht sich der Drehregler nach links und leicht nach rechts, dies kann man aber leicht beheben, indem man die Spange die mit 4 Schrauben die Regelung für den OAZ gegen die Zahnstange drückt, abschraubt und rechts und links etwas weitet. Unten nochmal ein Bild was das Problem aufführen soll, die Feile zeigen in welche Richtungen durch Spiel, Bewegungen sind wenn fokussiert wird. Hier muss ich aber nochmals sagen es ist sehr minimal. Im Großen und Ganzen finde ich das Gerät trotzdem sehr gut. Ich bin gespannt was der Newton fotografisch am Himmel leistet.

Hier noch ein paar Detailaufnahmen des Vixen R200SS:

Und wie in den meisten fällen war dann erstmal schlechtes Wetter, zum Beobachten gab es nix, also erstmal das gegenüberliegende Bürohaus fotografiert und Beobachtet um auch einfach mal das fokussieren zu üben. Schon am zweiten Abend boten sich dann zeitweise Wolkenlücken, eine davon nutzte ich um ein Testfoto von Alkor und Mizar zu machen. Leider nur 10 sek. bei ISO 1600 vom Balkon aus und ohne eingenordeter Montierung. Ob hier schon der Fokuss 100% stimmt?

So, das sind meine ersten Erfahrungen zum R200SS, ich hoffe ich konnte euch das Gerät etwas näher bringen und vielleicht hilft dieser Bericht dem ein oder anderen seine Entscheidung leichter zu fällen, gerade 200/800 Newton gibt es viele in verschiedenen Ausführungen und Preisstufen. Ich werde eventuell über die Zeit noch etwas hinzufügen aber ich muss mich auch erstmal an das neue Gerät gewöhnen das ist wie mit einem neuen Auto.
Nachtrag 04.01.2009
Problem Okularauszug:
Nachdem ich wie ich oben schon Vorgeschlagen hatte die Spange etwas Auseinander bog, hierbei handelte es sich auf beiden Seiten um 1/4 mm konnte die Achse des OAZ nicht mehr nach rechts und links weichen. Danach stellte ich oben noch etwas den Auszug mit den obigen Imbus- Madenschrauben ein. Und sieh da auch das Rohr bewegte sich nicht mehr im OAZ um seine eigene Achse.

Vixen Komakorrektor II:
Der Korrektor ist ziemlich Gastig was sehr helle Sterne und anschliessende Bildbearbeitung angeht, denn dann zeigen sich grüne Reflexe, grün wohl aus dem Grund, weil der Korrektor eine hauptsächlich grün schimmernde Vergütung hat. Diese Reflexe machen so manches Bild unschön. Ob das anders wär mit einem Korrektor alla Parracor usw. kann ich nicht beurteilen.

Der Newton:
Mit dem R200SS bin ich noch wie am ersten Tag voll zufrieden. Mir sind mittlerweile noch ein paar Kleinigkeiten Positiv aufgefallen. Der Haken der den Fangspiegel sichert, ist Schwarz lackiert. Der Rand des Fangspiegels wurde mit einem Streifen Velours beklebt, das war wohl bei den älteren Modelen nicht so. Um aber auch hier nicht nur alles in die höhe zu Loben, eine Sache hätte ich da. Der Deckel des Newton saß immer etwas locker was hin und wieder dazu führte das genau dann, wenn links und rechts kein Platz war neben dem Auto, der Deckel vornämlich wenn es gerade geregnet hatte, in den Dreck viel. Das Ärgerte mich wirklich extrem. Hier half ein zusätzlicher Filzstreifchen am Rand de Deckels. Jetzt stimmt die Sache mit dem Deckel auch.

Weitere Fotos (20.03.2010)